Name und Wohnort:
Heiko aus Hamburg

Alter:
38 Jahre

Beruf:
Erzieher in der Elementargruppe einer Kita

WAS DIE KINDER ZU MIR ALS ERZIEHER SAGEN? „HALLO HEIKO.“

Ich mag Tätowierungen, trage aus Überzeugung Glatze und treibe seit vielen Jahren Kraftsport. „Türsteher“, sagen die Leute, wenn sie raten sollen, was ich beruflich mache. Erst wenn Freunde bestätigen, dass ich wirklich Erzieher bin, glauben es auch die Zweifler. So tief verankert ist die Vorstellung in Deutschland, dass freiwillig nur Frauen mit Kindern arbeiten.

„Für die Kleinen ist ein männliches Vorbild in den ersten Lebensjahren extrem wichtig.“

Dabei bin ich sicher, dass für die Kleinen ein männliches Vorbild in den ersten Lebensjahren genauso wichtig ist wie ein weibliches. Männer spielen anders mit Kindern, gerade wenn es um Bewegung geht, vielleicht lassen sie manchmal auch mehr zu und es kann mal ein wenig wilder werden. Gerade für Jungs, die ihre Grenzen testen, ist es wichtig, verschiedene Vorbilder zu haben.

Da war zum Beispiel der kleine Junge, den ich durch seine ganze Kitazeit begleitet habe und zu dessen Einschulung ich eingeladen war. Er hatte schreckliche Angst vor diesem Tag, das wusste ich. Zwischen seinen neuen Klassenkameraden in der Schule hätte ich ihn fast nicht erkannt, weil er plötzlich ein Käppi trug, wie ich zu dieser Zeit täglich. Seine Mutter erzählte mir, dass ihm die Mütze half, seine Angst zu überwinden. Das „Heiko-Käppi“ gab ihm Sicherheit in einer völlig neuen Umgebung, weil es ihn an mich erinnerte. Und an das Selbstbewusstseinstraining, das ich entworfen habe. In solchen Momenten bin ich einfach glücklich mit meinem Job und möchte nichts anderes machen.

Es hat sich auch nie jemand über meine Berufswahl gewundert. Schon in der Schule war ich der Schlichter und nicht der Aufrührer. Typisch Heiko eben. Ich habe mit Worten und nicht mit Fäusten argumentiert. In meiner Kita bin ich neben über 16 Frauen der einzige Mann. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass mehr Jungs begreifen, was für ein super Job es ist, Kinder fürs Leben stark zu machen.